Anleitung | FlowTec-Kit

Warnung
  • Vor Beginn der Arbeiten sicherstellen, dass die Waffe entladen, gesichert und in einem ungespannten Zustand ist.
  • Das Werkstück muss während der Bearbeitung sicher fixiert oder eingespannt sein.
  • Beim Bohren und Gewindeschneiden zwingend eine Schutzbrille tragen.
  • Gewindeschneider ausschließlich manuell mit dem beiliegenden Halter verwenden. Nicht in elektrische Werkzeuge einspannen (Bruch- und Verletzungsgefahr).
  • Kleinteile und scharfe Werkzeuge außer Reichweite von Kindern aufbewahren (Erstickungs- und Verletzungsgefahr).

Montage-Informationen
  • Der Einbau dieses Sets erfordert technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. Wir empfehlen dringend, die Montage durch einen autorisierten Büchsenmacher durchführen zu lassen.
  • Durch den Einbau verändern sich die Leistungsparameter (Mündungsenergie) Ihrer Waffe. Der Nutzer trägt die alleinige Verantwortung dafür, dass die Waffe nach dem Umbau den geltenden nationalen Gesetzen entspricht.
  • Der Einbau der Schrauben kann die Gewährleistung, Zulassung oder Konformität eines Produkts beeinflussen.

Einbau

Werkszustand

Vorbereitung & Sicherheit

Bevor du startest, lies bitte aufmerksam die entsprechenden Warnhinweise und Montage-Informationen.

Stelle vor Beginn der Arbeiten unbedingt sicher, dass die Waffe entladen, gesichert und entspannt ist.

Achte darauf, dass der Zylinder für die Bearbeitung sicher fixiert ist. Falls du ihn in einen Schraubstock einspannst, verwende unbedingt Schutzbacken (z. B. aus Kunststoff oder Aluminium), damit die Oberfläche des Bauteils nicht verkratzt oder beschädigt wird.

1. Schritt

Entfernen der Laufdichtung

Bevor du mit den mechanischen Arbeiten beginnst, muss die Laufdichtung entfernt werden.

Das ist wichtig, damit du beim Bohren eine saubere Metallkante als Startpunkt hast. Nur so kannst du die Tiefe exakt messen und sicherstellen, dass die Schraube später bündig sitzt und nicht übersteht. Zudem schützt du die Dichtung so vor Beschädigungen durch Hitze oder Späne.

Da die Dichtung leicht übersteht, kannst du sie meist einfach mit dem Fingernagel ein Stück nach oben schieben. Sobald sie etwas hervorsteht, kannst du sie vorsichtig mit einer Spitzzange greifen und vollständig herausziehen.

Achte darauf, weder die Dichtung zu beschädigen noch den Metallsitz zu verkratzen. Lege die Dichtung an einen sauberen Ort beiseite, damit sie nicht mit Spänen in Kontakt kommt.

2. Schritt

Bohren des Kernlochs

Nachdem die Laufdichtung entfernt wurde, dient die freiliegende Metallkante als Nullpunkt für die Messung. Da das Loch exakt 12 mm tief sein muss, ist hier höchste Genauigkeit gefragt.

Setze den 5-mm-Metallbohrer mittig an und bohre zunächst ein paar Millimeter (geringe Drehzahl, wenig Druck). Gehe unbedingt schrittweise vor und bohre keinesfalls tiefer als 12 mm. Es besteht die Gefahr, die Zylinderwand vollständig zu durchbrechen und in den Kolben zu bohren, was das Bauteil zerstören würde!

Ziehe den Bohrer während des Bohrens immer wieder ein Stück aus dem Loch heraus (ohne die Maschine ganz zu stoppen). Dadurch transportiert die Spirale des Bohrers die Späne nach oben aus der Bohrung heraus.

Säubere das Loch vor jeder Messung: Bevor du mit dem Messschieber oder dem Bohrschaft misst, muss das Loch absolut sauber sein. Puste es vorsichtig aus oder verwende einen Pinsel. Verbleibende Späne am Boden verfälschen dein Messergebnis und könnten beim späteren Gewindeschneiden den Gewindebohrer blockieren.

  • Messmethode A (Empfohlen): Nutze das Tiefenmaß eines Messschiebers, um die Tiefe ab der Metallkante zu prüfen.
  • Messmethode B (Alternative): Lass den Bohrer kurz abkühlen, nimm ihn aus dem Futter und nutze das flache Ende (den Schaft) um die Tiefe zu überprüfen. Markiere die 12 mm am besten mit einem Klebeband und stecke ihn mit der flachen Seite voran in das Loch.

Wichtig: Da die Bohrspitze kegelförmig zuläuft (135° Winkel), erreicht der Bohrer erst ein Stück hinter der Spitze seinen vollen Durchmesser. Würdest du nur die Spitze messen und bei 12 mm ein Klebeband anbringen, wäre das Loch am Rand zu flach und die Schraube würde später überstehen. Nutze daher konsequent den Messchieber oder die Schaft-Methode, um direkt die tatsächlich nutzbare Tiefe für die Schraube zu prüfen.

3. Schritt

Gewinde schneiden

In diesem Schritt erstellst du das Gewinde für die FlowTec-Schraube. Nutze hierfür den im Kit enthaltenen Gewindebohrer und das beiliegende Wendeisen.

Werkzeug vorbereiten: Spanne den Gewindebohrer fest in das beiliegende Wendeisen ein. Benutze auf keinen Fall elektrische Werkzeuge wie Akkuschrauber.

Senkrecht ansetzen: Setze den Gewindebohrer gerade in das 5-mm-Loch an. Ein präziser, senkrechter Start ist wichtig, damit die Schraube später leichtgängig eingesetzt werden kann.

Drehe das Wendeisen ca. eine halbe bis ganze Umdrehung hinein und dann immer wieder ein Stück zurück. Durch dieses Zurückdrehen bricht der Metallspan. Ohne diesen Schritt verstopft das Gewinde und der Bohrer kann festfressen oder abbrechen.

Schneide so weit, bis du einen leichten Widerstand spürst – dann hast du den Boden der 12-mm-Bohrung erreicht. Drehe nicht mit Gewalt weiter!

Drehe den Bohrer heraus und entferne die Späne gründlich (z. B. durch Ausklopfen oder Druckluft). Teste das Gewinde mit der Originalschraube: Sie muss sich leicht eindrehen lassen und vollständig (bündig) im Bauteil verschwinden.

4. Schritt

Einbau der Schraube

Nachdem das Gewinde geschnitten und das Loch gründlich von Spänen gereinigt wurde, folgt nun die finale Montage.

Drehe die FlowTec-Schraube von Hand in das neue Gewinde ein. Sie sollte sich ohne großen Widerstand leichtgängig versenken lassen.

Drehe die Schraube so weit ein, bis sie bündig mit der Metallkante abschließt. Sie darf nicht überstehen, da sonst die Laufdichtung nicht mehr plan aufliegen kann.

Drücke nun die zu Beginn entfernte Laufdichtung wieder fest in ihren Sitz. Da die Schraube bündig im Metall versenkt ist, bildet sie nun die perfekte Basis für die Dichtung.

Prüfe durch kurzes Drüberstreichen mit dem Finger, ob die Dichtung wieder wie gewohnt leicht übersteht und sauber im Zylinder sitzt.